Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Assistenzhund begegne?

Assistenzhunde haben nicht wie viele andere Hunde den ganzen Tag Freizeit, sondern sie haben einen Job zu erledigen. Sie achten auf ihren Assistenznehmer und weisen ihn auf Gefahren hin, öffnen Türen, heben Gegenstände auf, bringen Medikamente und vieles mehr.

Wichtig dafür ist nicht nur ein angenehmes und positives Arbeitsumfeld für den Assistenzhund, sondern auch das Verhalten der Mitmenschen gegenüber dem Assistenzteam.

Aber wie kann und vor allem soll ich mich als Außenstehender überhaupt gegenüber einem Assistenzhund / Assistenznehmer / Assistenzteam verhalten?

Wenn der Assistenzhund im Team unterwegs ist

Wichtig ist immer: Sowohl den Assistenzhund als auch den Assistenznehmer nicht zu stören. Der Assistenzhund ist darauf konzentriert seine Arbeit zu erledigen und Ihnen als Außenstehender ist nicht bekannt oder bewusst unter welchen Einschränkungen der Assistenznehmer leitet.
Das Optimale wäre, dass Assistenzteam einfach ignorieren und seiner momentanen Beschäftigung weiter nachgehen zu lassen.

Weiter ist wichtig: Das Anfassen von Assistenzhunden ist ein absolutes „NO GO“. Jeder zusätzliche Reiz würde den Assistenzhund von seiner eigentlichen Arbeit ablegen. Ähnliches gilt für das locken oder ansprechen des Assistenzhundes.
Dazu tragen fast alle Assistenzhunde Patches auf ihren Kenndecken, welche darauf noch einmal eindeutig hinweisen.
Dies ist auch nicht als bitte gesehen. Es gibt Assistenznehmer, die leider nicht in Lage sind, sich gegen zu aufdringliche Personen zu wehren.

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Genauso ist es zu unterlassen, den Assistenzhund in irgendeiner Art und Weise zu provozieren. Es ist zwar richtig, dass Assistenzhunde weder aggressiv sein dürfen, in der Öffentlichkeit nicht auffallen dürfen, nicht bellen oder knurren dürfen oder sogar nach Menschen schnappen dürfen aber auch ein Assistenzhund hat seine Grenzen.

Und wer als Mensch nicht soviel Verstand im Kopf hat, ein Tier als Lebewesen zu behandeln, der muss auch mit einer entsprechenden Reaktion umgehen können. Meine Reaktion auf solche Menschen ist eine sofortige Strafanzeige, da es sich nun einmal bei einem Assistenzhund nicht um einen gewöhnlichen Hund handelt und schon ein so ein Fehler eine Jahrelange Ausbildung zu Nichte machen kann. Was dann zusätzlich noch zu einem Emesen Schaden, sowohl beim Hund als auch im finanziellen führt.

PS: Fragen zum Assistenzhund oder dergleichen werden meistens auch gerne von den Assistenznehmern beantwortet. Nur sollte man, bevor man jemanden mit einem Assistenzhund anspricht vorab schauen ob er dieses auch möchte. Dieses kann man einfach über einfachen Blickkontakt feststellen. Nicht jeder Assistenznehmer fühlt sich immer und überall dazu in Lage, daher sollte man nicht enttäuscht oder sauer sein, wenn der Blickkontakt nicht erwidert wird.

Wenn der Assistenzhund alleine unterwegs ist

Was mache ich, wenn mir irgendwo ein mit einer Kenndecke gekennzeichneter Hund alleine entgegenkommt, dieser mich anbellt oder mich zum Beispiel mit der Nase anstupst?

Das bedeutet, dass der Assistenznehmer irgendwo in der Nähe ist und zum Beispiel durch Überzuckerung ohnmächtig geworden und der Assistenzhund versucht sie dazu zu animieren ihm zu folgen, damit weitere Hilfe leisten können.

Assistenzhunde werden darauf trainiert, sollte dies nötig sein, zu lernen, was sie tun müssen, wenn ihre Menschen nicht mehr reagieren. Wie genau das aussieht ist von Ausbildung und von der Hilfebedürftigkeit des Assistenznehmers abhängig. Es gibt Assistenzhunde, die weichen ihrem Menschen keinen Zentimeter von der Seite und bellen solange bis Hilfe kommt und andere wieder rum laufen los und suchen aktiv nach Menschen, die ihnen helfen.

Begegnest du also einem Hund, der mit einer entsprechenden Kenndecke versehen ist und am anderen Ende der Leine fehlt etwas, dann achte darauf was der Hund tut.

Versucht er deine Aufmerksamkeit zu bekommen?

Läuft er in eine bestimmte Richtung zurück und schaut dich dabei immer wieder an?

Dann geh hinterher. Du musst vor dem Hund keine Angst haben. Versuche es trotzdem zu vermeiden, den Hund anzufassen, zu locken oder ihn sogar an die Leine zu nehmen. All dies könnte ihn von seiner gerade wichtigen Aufgabe ablenken und schlimmstenfalls vergisst er in der Aufregung warum er eigentlich bei Dir ist und nicht bei seinem Menschen.

Sollten dir anderen auf dem Rückweg mit dem Hund andere Menschen entgegenkommen, frage diese bitte ob sie den Hund kennen oder vielleicht sind sie bereits auf der suche nach dem Hund, da der Mensch zwischenzeitlich gefunden wurde.

Auf einigen Kenndecken sind Patches angebracht, die wichtige Informationen für das Rettungspersonal enthalten. Bitte öffne selber diese Patches nicht, sondern kümmere dich nur um die Erste Hilfe, damit hast Du dem Menschen / Hund Team schon sehr geholfen.

Also!?

Wenn ein Assistenzhund ohne Menschen auf dich zukommt, dann ist Gefahr im Verzug.

  • Folge dem Hund da er dich vermutlich zu seinem Menschen bringt, der sich in einer Notlage befindet
  • Stelle Dich auf erste Hilfe ein oder Rufe entsprechend 112 an
  • Wenn der Assistenzhund neben einem Menschen sitzt, steht oder liegt und bellt, dann ruft er um Hilfe. Rufe für ihn Hilfe.